Ich bin wieder hier, hier in meinem Revier...
Seit gut zwei Stunden bin ich wieder da von der Insel. Und zwar von der Isle of Mull. Einer Insel im Westen Schottlands, wo ich 7 bzw. 6 Tage verbracht habe. --> Der folgende Bericht wird also vielleicht etwas länger ausfallen, für Leute mit Problemen beim Lesen von über 200 Buchstaben, die z.B. Augenkrämpfe von so vielen Wörtern bekommen, sei hier also schon mal eine Warnung ausgesprochen:) Ich teil den Text mal vorsichtshalber in mehrere Teile auf, dann kann der geneigte Leser die Lektüre auf mehrere Tage aufteilen.
Letzten Samstag bin ich um halb neun hiesiger Zeit also losgegangen, ohne dass ich genauer gewusst hätte, was mich eigentlich so genau erwartet. Nach dem ersten Treffen mit den Jungs vergangenen Donnerstag wusste ich zumindest schon mal, dass diese - sagen wir mal höflich - überaus aktiv sind. Außerdem hab ich bei dieser Gelegenheit auch meine wasserdichten Hosen, Bergschuhe und ein "Midget-Net", ein Moskitonetz zum übern Kopf stülpen, dass äußerst seltsam aussieht aber auch äußerst praktisch ist, bekommen. O.K. also, mal sehn.
Neun Treffpunkt an der St. Paul´s Church, wo alle sonstigen Outdoorsachen untergebracht sind. Dort waren dann auch schon einige Jungs versammelt, deren Stimmung ich nicht genau definieren konnte: Entweder erfreut oder agressiv, ich wusste es nicht.
Als dann schließlich alle 8 Jungs (von 12-16 Jahren an Alter) und wir 6 Betreuer versammelt waren, gings los. Ich bin mit dem Ski-, Mountainbike-, vor allem aber Kletterprofi Matt im Auto mitgefahren, um ihn besser kennen zu lernen. Er ist ein überaus höflicher und netter Mensch, der kaum aus der Ruhe zu bringen ist, worauf ich später zurückkomme.
Wir hatten also eine dreistündige Autofahrt in Schottland, eine halbstündige Fahrt mit der Fähre von Oban nach Mull und dann eine ca. einstündige Fahrt zu unserem Ziel CAMAS vor uns.
Dort angekommen, stellte sich auch schon heraus, weshalb man wasserdichte Kleidung von oben bis unten und einen guten Rucksack brauchte. Camas ist nämlich sozusagen eine kleine Ansammlung von unbeheizten, stromlosen Häuschen, die einen 40-minütigen Fußmarsch ab der Straße zum Hinkommen benötigen. Und zwar einen wirklichen Fußmatsch. Das Gepäck, das nicht in Rucksäcken verstaut war, wurde vom Empfangskomittee in Schubkarren verstaut. Mit ihnen ging es dann bei anhaltendem Regen durch Matsch, Dreck und Schlamm, der manchmal mit Brettern begehbar gemacht ist, los. Ab und zu war es also notwendig, jemanden wortwörtlich aus dem Dreck zu ziehen. Machte aber schon Spass.
In den Häusern angekommen, wurden uns nun von den örtlichen Freiwilligen, die Camas gemeinsam mit einer Hauptamtlichen betreiben, die Regeln erklärt.
Täglich 3 Mahlzeiten (juhu), pünktliches Erscheinen nach Anschlagen des alten Ankers (jaja,ok...), zwei mal täglich Reflektion (meiomei) mit anschließender Bekanntgabe der jeweiligen Aktivitäten.
Das Essen stellte sich als äußerst einfach und (für deutsche Verhältnisse) relativ geschmacklos - i.S. von wenigen Gewürzen - aber geüngend, weil immmer mit Reibekäse aufgestockt, heraus.
Die Reflektionen waren immer irgendwelche Denkanstöße, sei es mit Musik oder mit Erzählungen oder so.
Nun aber zu den Aktivitäten: Am ersten Tag galt es, aus 4 Fässern, Seilen und eingen Baumstämmen zwei Floße zu bauen, mit denen man die direkt vor dem Haus gelegen Meeresbucht durchqueren sollte. Das bessere der beiden Floße hielt ganze 6 Sekunden zusammen.....
Mittags dann war eigentlich abseilen geplant. Weil aber einer der Jungs außer Kontrolle geraten war und alein, ohne Helm und sicherung den Berg hochgerannt ist, wurde das ganze abgesagt. Das war dann wohl auch das erste Mal, dass es Streigt bzw. Fight unter den Jungs gab, was bedeutet, dass sie ordentlich auf einander losgingen und von Erwachsenen getrennt werden mussten. Dies wiederholte sich die ganze Woche dann ca. vier mal täglich.
Damit dann aber unter den Jungs keine Streiterien ausbrachen, sind wir dann auf eine (Berg)Wanderung zu einem Strand auf der anderen Seite der Insel aufgebrochen - ein wirklich schöner Strand, von Felsen eingeschlossen, die man runterklettern muss und dann kommt man auf einen kleinen Sandstrand. Schön.
In den nächsten Tagen war dann segeln auf dem Atlantik mit einem 12-Mann Boot auf dem Programm, wo die Jungs überaus überraschend ruhig waren und das Segeln und Angeln (trotz mangelndem Erfolg) sichtlich genossen haben. Auch Schwimmen in der Hausbucht in Neoprenanzügen war ganz witzig, obwohl ich eine halbe Stunde auf meine warme Dusche warten musste, weil die Jungs sich vor Frieren dort eingeschlossen hatten.
Auch Camping auf einer anderen Insel, Iona, war angesagt: Für mich zwar nix besonderes, in einem Garten zu Zelten, die Jungs hats aber beeindruckt, weil die meisten relativ wenig aus der Stadt bzw. ihrem Viertel rauskommen. Auf Iona waren wir bei einem Kayleigh (eine Art Volkstanz), das meiner Meinung nach mehrheitlich von Touris besucht war - es war aber trotzdem mal wieder witzig, bei irgendwelchen schottischen Reigentänzen von älteren Damen in der Luft herumgewirbelt zu werden:)
Am vorletzten Tag dann war doch noch (zu meiner Freude) Abseilen geplant - einige der sonst so großmäuligen Jungs freute dies aber nicht so, weil sie schlicht vor dem 15-Meter-Abgrund Schiss hatten.
In den nächsten Tagen folgen dazu dann wie versprochen die Bilder, ich warte nur auf den Paketdienst;)
Ich war vom Abseilen gleich so begeistert, dass ich es zwei mal gemacht hab, war echt cool.
Am letzten Tag war außer Packen nichts großes mehr angesagt, nur am Mittag bereiteten alle noch den letzten Abend, der zugleich der Vor-Geburtstag der Chefin von Camas war, vor.
Der Abend war dann schließlich ganz nett mit Tanzspiel, Liedern und schließlich den täglichen "Ghoststories".
Bei der Heimfahrt war ich dann aber doch ganz froh, dass ich nicht mit den Jungs im Bus, sondern mit dem Kletterlehrer Matt im Auto mitfahren konnte - einige Jungs waren auf Grund von akutem Schlafmangel nämlich grantig.
Jo, das war also Camas.
Freitag, 21. September 2007
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1 Kommentar:
Kayleigh - gschmeidig! *neid*
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