Freitag, 28. September 2007

Timetable

So, jetzt kann ich auf die Fragen, was ich jetzt eigentlich wirklich mache, auch eine Antwort geben: Seit heute bin ich stolzer Besitzer meines eigenen Timetables, also meiner persönlichen Arbeitswochenaufgebenliste. Zumindest mal vorläufig und bis Dezember;)
Drei mal die Woche bin ich bei der Junction dabei, das heisst die Stunde mittags, in der die Jugendlichen in ihrer Mittagspause ursprünglich von der Demolierung des hiesigen Einkaufszentrums abgehalten werden sollten. Deshalb werde ich wohl in nächster Zeit maßgeblich meine Billard-, Kicker- und Schimpfwortfähigkeiten erweitern.
Dann bini ihc noch so um die 6 Stunden im Büro, wo ich u.a. die Webseite mitbetreue und sonstiges erledige.
Bis Dezember hab ich montag abends auch noch einen Youth worker training course beim Schottischen Landesverband der Jugendorganisationen - oder so. Der startet nächsten Montag.
Auch bei offenen Angeboten werde ich dabei sein, wo an einem Tag dann bis zu 60 Kinder und Jugendliche zum Schwimmen, Spielen und Klettern kommen.
Dann werde ich auch noch zwei mal in der Woche mit dem Schul-Outdoorlehrer Outdooreducation machen, das heisst - je nach Wetter - Klettern, Wandern, Kanu fahren, Segeln, Skifahren (vielleicht lern ich das ja hier noch) und so fort.
Drei Wochen lang werd ich jetzt an einem Workshop "Making a Podcast" mitmachen, vielleicht gibt es dann ja sogar Clemens Webradio, wer weiss?
Eventuell werde ich nach der Podcastsache wieder Donnerstag abends mit der neuen Klettergruppe wöchentlich in die anscheinend größte Kletterhalle der Welt gehen.

So weit erst mal, mehr in Bälde.

Dienstag, 25. September 2007

Edinburgh

Die letzten vier Tage hatte ich frei - durch die Woche in Camas hab ich mir schon 6 Urlaubstage angearbeitet:)
Am Samstag war ich ein bisschen malad und hab nix gemacht, während ich am Sonntag dann zu einer Sightseeingtour ins Zentrum aufgebrochen bin (zu Fuß übrigens ne gute Stunde von mir weg).
Ich hab mich zuerst gewundert, weshalb Hundertschaften von Leuten in Kilts und in William Wallace-Schminke herumlaufen, bis ich schlussendlich mitbekommen hab, dass ja Rugbyweltcup in Frankreich ist und deshalb das Spiel Schottland-Neuseeland in Edinburgh war und alle ausgeflippt sind.

Edinburgh an sich scheint eine sehr schöne Stadt zu sein, viele alte Häuser, Straßen, Burgen, Museen und Parks. Wie die es übrigens schaffen, solch perfekt getrimmte Rasen (auch in Camas) hinzubringen, gilt es noch herauszubringen.
Gestern dann einkaufen, beim National Health Service einschreiben, Bankkonto eröffnen und: gutes Essen kochen, oh ja!
Abends bin ich dann bei einem Angebot mit 3 behinderten jungen Männern dabei gewesen und hab mit denen Pfannkuchen gebacken und Singstar gespielt, gemeinsam mit Ellie, einer Jugendarbeiterin.

Heute noch nicht so viel - bisschen am Meer gewesen, gebügelt (ja!!!) und gekocht, nachher geh ich noch zum Arbeiten bei der Open Provision, einem offenem Angebot für Kinder und Jugendliche aus der Gegend mit Schwimmen, Basteln, Klettern, Kochen.
So weit,
Bis bald!

Freitag, 21. September 2007

Camas

Ich bin wieder hier, hier in meinem Revier...
Seit gut zwei Stunden bin ich wieder da von der Insel. Und zwar von der Isle of Mull. Einer Insel im Westen Schottlands, wo ich 7 bzw. 6 Tage verbracht habe. --> Der folgende Bericht wird also vielleicht etwas länger ausfallen, für Leute mit Problemen beim Lesen von über 200 Buchstaben, die z.B. Augenkrämpfe von so vielen Wörtern bekommen, sei hier also schon mal eine Warnung ausgesprochen:) Ich teil den Text mal vorsichtshalber in mehrere Teile auf, dann kann der geneigte Leser die Lektüre auf mehrere Tage aufteilen.

Letzten Samstag bin ich um halb neun hiesiger Zeit also losgegangen, ohne dass ich genauer gewusst hätte, was mich eigentlich so genau erwartet. Nach dem ersten Treffen mit den Jungs vergangenen Donnerstag wusste ich zumindest schon mal, dass diese - sagen wir mal höflich - überaus aktiv sind. Außerdem hab ich bei dieser Gelegenheit auch meine wasserdichten Hosen, Bergschuhe und ein "Midget-Net", ein Moskitonetz zum übern Kopf stülpen, dass äußerst seltsam aussieht aber auch äußerst praktisch ist, bekommen. O.K. also, mal sehn.
Neun Treffpunkt an der St. Paul´s Church, wo alle sonstigen Outdoorsachen untergebracht sind. Dort waren dann auch schon einige Jungs versammelt, deren Stimmung ich nicht genau definieren konnte: Entweder erfreut oder agressiv, ich wusste es nicht.
Als dann schließlich alle 8 Jungs (von 12-16 Jahren an Alter) und wir 6 Betreuer versammelt waren, gings los. Ich bin mit dem Ski-, Mountainbike-, vor allem aber Kletterprofi Matt im Auto mitgefahren, um ihn besser kennen zu lernen. Er ist ein überaus höflicher und netter Mensch, der kaum aus der Ruhe zu bringen ist, worauf ich später zurückkomme.
Wir hatten also eine dreistündige Autofahrt in Schottland, eine halbstündige Fahrt mit der Fähre von Oban nach Mull und dann eine ca. einstündige Fahrt zu unserem Ziel CAMAS vor uns.

Dort angekommen, stellte sich auch schon heraus, weshalb man wasserdichte Kleidung von oben bis unten und einen guten Rucksack brauchte. Camas ist nämlich sozusagen eine kleine Ansammlung von unbeheizten, stromlosen Häuschen, die einen 40-minütigen Fußmarsch ab der Straße zum Hinkommen benötigen. Und zwar einen wirklichen Fußmatsch. Das Gepäck, das nicht in Rucksäcken verstaut war, wurde vom Empfangskomittee in Schubkarren verstaut. Mit ihnen ging es dann bei anhaltendem Regen durch Matsch, Dreck und Schlamm, der manchmal mit Brettern begehbar gemacht ist, los. Ab und zu war es also notwendig, jemanden wortwörtlich aus dem Dreck zu ziehen. Machte aber schon Spass.
In den Häusern angekommen, wurden uns nun von den örtlichen Freiwilligen, die Camas gemeinsam mit einer Hauptamtlichen betreiben, die Regeln erklärt.
Täglich 3 Mahlzeiten (juhu), pünktliches Erscheinen nach Anschlagen des alten Ankers (jaja,ok...), zwei mal täglich Reflektion (meiomei) mit anschließender Bekanntgabe der jeweiligen Aktivitäten.
Das Essen stellte sich als äußerst einfach und (für deutsche Verhältnisse) relativ geschmacklos - i.S. von wenigen Gewürzen - aber geüngend, weil immmer mit Reibekäse aufgestockt, heraus.
Die Reflektionen waren immer irgendwelche Denkanstöße, sei es mit Musik oder mit Erzählungen oder so.

Nun aber zu den Aktivitäten: Am ersten Tag galt es, aus 4 Fässern, Seilen und eingen Baumstämmen zwei Floße zu bauen, mit denen man die direkt vor dem Haus gelegen Meeresbucht durchqueren sollte. Das bessere der beiden Floße hielt ganze 6 Sekunden zusammen.....
Mittags dann war eigentlich abseilen geplant. Weil aber einer der Jungs außer Kontrolle geraten war und alein, ohne Helm und sicherung den Berg hochgerannt ist, wurde das ganze abgesagt. Das war dann wohl auch das erste Mal, dass es Streigt bzw. Fight unter den Jungs gab, was bedeutet, dass sie ordentlich auf einander losgingen und von Erwachsenen getrennt werden mussten. Dies wiederholte sich die ganze Woche dann ca. vier mal täglich.
Damit dann aber unter den Jungs keine Streiterien ausbrachen, sind wir dann auf eine (Berg)Wanderung zu einem Strand auf der anderen Seite der Insel aufgebrochen - ein wirklich schöner Strand, von Felsen eingeschlossen, die man runterklettern muss und dann kommt man auf einen kleinen Sandstrand. Schön.
In den nächsten Tagen war dann segeln auf dem Atlantik mit einem 12-Mann Boot auf dem Programm, wo die Jungs überaus überraschend ruhig waren und das Segeln und Angeln (trotz mangelndem Erfolg) sichtlich genossen haben. Auch Schwimmen in der Hausbucht in Neoprenanzügen war ganz witzig, obwohl ich eine halbe Stunde auf meine warme Dusche warten musste, weil die Jungs sich vor Frieren dort eingeschlossen hatten.
Auch Camping auf einer anderen Insel, Iona, war angesagt: Für mich zwar nix besonderes, in einem Garten zu Zelten, die Jungs hats aber beeindruckt, weil die meisten relativ wenig aus der Stadt bzw. ihrem Viertel rauskommen. Auf Iona waren wir bei einem Kayleigh (eine Art Volkstanz), das meiner Meinung nach mehrheitlich von Touris besucht war - es war aber trotzdem mal wieder witzig, bei irgendwelchen schottischen Reigentänzen von älteren Damen in der Luft herumgewirbelt zu werden:)
Am vorletzten Tag dann war doch noch (zu meiner Freude) Abseilen geplant - einige der sonst so großmäuligen Jungs freute dies aber nicht so, weil sie schlicht vor dem 15-Meter-Abgrund Schiss hatten.
In den nächsten Tagen folgen dazu dann wie versprochen die Bilder, ich warte nur auf den Paketdienst;)
Ich war vom Abseilen gleich so begeistert, dass ich es zwei mal gemacht hab, war echt cool.
Am letzten Tag war außer Packen nichts großes mehr angesagt, nur am Mittag bereiteten alle noch den letzten Abend, der zugleich der Vor-Geburtstag der Chefin von Camas war, vor.
Der Abend war dann schließlich ganz nett mit Tanzspiel, Liedern und schließlich den täglichen "Ghoststories".
Bei der Heimfahrt war ich dann aber doch ganz froh, dass ich nicht mit den Jungs im Bus, sondern mit dem Kletterlehrer Matt im Auto mitfahren konnte - einige Jungs waren auf Grund von akutem Schlafmangel nämlich grantig.

Jo, das war also Camas.

Donnerstag, 13. September 2007

Neue Leute

"It´s just 15 minutes from your house to work!" Denkste. Obwohl mein Orientierungssinn normalerweise in Städten besser funktioniert als daheim aufm Land, hat er mich gestern getrügt. Sagenhafte 20 Miniuten brauchte es, bis ich in der Nähe des Meeers stand und dachte "O.K., genau jetzt bist du doppelt so weit in der falschen Richtung, als du eigentlich sein solltest, Clemens." Und genau so lange, bis ich mich im Büro wiederfand, wo ich eigentlich hinmusste - nicht, dass das Meer mich nicht gereizt hätte, aber die Arbeit.... Egal... Na ja, auf jeden Fall war gestern wieder ein interessanter neuer Tag mit neuen Aufgaben: Organigramm erstellen, Interviews mit den Mitarbeitern vorbereiten und machen, Junction (Mittagspausenbetreuung) und Don Bosco-Club mit 23 (anscheinend relativ wenigen) Kindern bis 12 Jahren. Dort können sie in Gruppen klettern, etwas essen, Billard spielen, kickern, Singstar spielen und und und.
Am Ende war ich dann gut fertig und hab mich dann relativ schnell ans relaxen gemacht.

Heute morgen kam ich pünktlich ins Büro und war eine halbe Stunde lang der zweite überhaupt:) Nachdem ich dann ein paar Formulare ausgefüllt und sonstiges Bürozeugs gemacht hatte, bin ich mit Ellie, einer Mitarbeiterin, in einen Raum im St. Paul´s Gemeindezentrum gegangen. Hier findet dann immer donnerstags ein Treff für (relativ) junge, manchmal auch arbeitslose Leute statt, wo ihnen ein bisschen körperliche Ertüchtigung beim Klettern und einfach Abwechslung vom Alltag angeboten wird.
Auch junge Mütter so um die 20 sollten eigentlcih kommen, aber anscheinendhaben die nicht immer wirklich Lust dazu.
Danach Junction, Interviews mit Mitarbeitern, Büroarbeit und nun zum Schluss wieder was Interessantes:

Klub mit den Jungs, mit denen ich von samstag bis Freitag auf eine Insel gehen werde. Allesamt Jungs mit etwas mehr auffallenden Verhaltensschwierigkeiten. Ein wenig lauter, manchmal ein bisschen agressiver bzw unkontrollierter. Die nächste Woche wird also auf jeden Fall sehr interessant und fordernd. Zumal ich auch schon ein Moskitonetz zum übern Kopf ziehen bekommen habe, Wird interessant.
Auf bald.

Dienstag, 11. September 2007

Tag 1

Heute der erste Tag bei meiner Arbeitsstelle:
Zuerst muss ich durch dass heruntergekommene Viertel, in dem die Highschool ist, gehen. In der Highschool befindet sich dann die "Muirhouse Youth Development Group" (MYDG), bei der ich arbeite. Die MYDG scheint eine gemeinnützige Organisation zu sein, die sich teilweise aus staatlichen Mitteln finanziert, zum größten Teil jedoch aus Fundraising-Mitteln.
Innerhalb der Organisation gibt es unterschiedliche Ziele, die es bei den Jugendlichen zu erreichen gilt:
- bei den Jüngsten ist z.B. eines, sie aus ihrem normalen Umfeld für ein paar Stunden zu lösen und ihnen anderweitige Erfahrungen mit sich und anderen zu bieten. Ein Mädchen kam z.B. heute 1,5 früher, als ihr Club eigentlich begonnen hätte. Sie sagte, dass ihre Mutter sie schon geschickt hätte, im Gespräch mit den Mitarbeitern hat sich dann aber herausgestellt, dass sie gelogen hatte und einfach von zu Hause weg wollte.
- bei den älteren Kindern und Jugendlichen ist ein Ziel, sie ebenfalls von der Straße wegzubekommen/sie zu beschäftigen, sowie sie zu guten Bürgern zu machen. Näheres dazu später.

Ansonsten habe ich in dem Club, in dem ich heute hauptsächlich an der Kletterwand war, noch herausbekommen, dass ich das nächste Wochenende auf einer einsamen Insel verbringen werde, wo ich mit 5 anderen Betreuern mit 11 Jungs Klettern, Kayakfahren, Floße bauen und fahren, fischen usw. werde("hauptsache so viel wie möglich machen" - übersetzter O-Ton des Outdoorbetreuers).
Geunug für heute, sonst wird der Artikel zu lange:)
Bis bald

P.S.: Falls jemand den Blog liest und irgendwie was loswerden möchte (z.B. Fragen, Schmähbriefe oder Liebesgrüße), hab ich auch ein Gästebuch eingerichtet. Ferner ist auch meine E-Mail-Adresse in meinem Profil erhältlich - auf die allerdings bitte keine Schmähbriefe, die werden eh nicht beachtet:)

Montag, 10. September 2007

Angekommen

Heute bin ich um 18.10Uhr angekommen - oder eigentlich auch nicht, weil der Pilot lustigerweise am falschen Gate geparkt hatte;). Am Flughafen haben mich dannn mein zuküntiger Chef Peter, sowie Alex und Harry (von dem ich kein Wort verstand und der dort wohnt, wo ich arbeiten werde) abgeholt. Zusammen sind wir dann zu einem Restaurant am Meer gefahren, wo ich ein "Alpine Lager" (Bier mit einem "Deutschen" Bartträger auf dem Etikett drauf) bekommen hab. außerdem gleich mal Haggis probiert, was übrigens (zumindest in diesem Restaurant) weiterzuempehlen ist.
Zimmer mit Doppelbett, W-Lan, Fernseher, Schreibtisch, Durchreiche zur Küche. Bestens also.
Mehr irgendwann!

Samstag, 1. September 2007

Demnächst....





Das Abschiedsfest liegt bereits 2 Wochen zurück und nun kommen noch ein paar Bilder, bevor ich es ganz vergesse:) Weitere folgen! Danke an alle fast 80 Leute, die da waren, es hat mich echt gefreut, dass Ihr alle da wart!